Das Brot der Römer – Was kam wirklich auf den Tisch?
Shownotes
n dieser Episode:
• Warum Brot das wichtigste Grundnahrungsmittel der Römer war
• Emmer, Einkorn und Gerste – die Getreide der Antike
• Wie Legionäre ihr Brot herstellten
• Die berühmten Brotfunde von Pompeji
• Panis Quadratus – das bekannteste Römerbrot der Welt
• Die Getreideversorgung der Millionenstadt Rom
• Brot als Machtinstrument der Kaiser
• Römerbrot heute nachbacken
• Die Bedeutung des Brotbackens in den Villae Rusticae der Provinzen
Podcast: Salvete – Römische Geschichte erleben
Mehr Informationen zum Römischen Freilichtmuseum Hechingen-Stein: www.roemischesfreilichtmuseum.de
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Vale!
Transkript anzeigen
00:00:00: Römische Brotkultur und Ernährung.
00:00:02: Das Brot der Römer Was kam wirklich auf den Tisch?
00:00:07: Salvete.
00:00:07: und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Salvette, römische Geschichte erleben!
00:00:13: Wenn wir an die Rö mer denken fallen uns meist Legionäre, Kaiser, Tempel oder Gladiatoren ein.
00:00:20: Doch heute beschäftigen wir uns mit etwas viel alltäglicherem Und gleichzeitig etwas ohne dass das römischere Reich kaum hätte funktionieren können.
00:00:29: Es geht um Brot.
00:00:31: Brot war für die Römer weit mehr als nur ein Nahrungsmittel, es war Grundnahrungs- mittel, Statussymbol, Soldatenration und manchmal sogar ein politisches Instrument.
00:00:41: Die berühmte Redewendung Brot & Spiele – Panem et zur Kenzis zeigt wie wichtig Brot für die Versorgung der Bevölkerung war.
00:00:50: Doch wie schmeckte römisches Brot eigentlich?
00:00:53: Welches Getreide verwendeten die Röhmer?
00:00:55: Und könnte man heute noch ein echtes Rö mer Brot backen?
00:00:59: Genau das schauen wir uns heute an.
00:01:01: Brot, das Herz der römischen Ernährung.
00:01:05: Für viele Menschen im Römischen Reich bestand ein großer Teil der täglichen Kalorien aus Getreideprodukten.
00:01:11: Die meisten Römer aßen nicht jeden Tag Fleisch.
00:01:14: Selbst Olivenöl oder Fisch waren nicht überall verfügbar.
00:01:18: Brot hingegen war nahezu überall vorhanden.
00:01:21: In den Städten kauften viele Menschen ihr Brot.
00:01:24: bei Bäckern Auf dem Land wurde häufig selbst gebacken Und die Legionäre malten ihr Getreide oft selbst und bereiteten daraus Fladen oder Brei zu.
00:01:34: Archäologen haben in vielen römischen Lagern Müllsteine gefunden, darunter auch in den Provinzen entlang des Rheins und der Donau – das wichtigste Getreidet der Römer!
00:01:44: Wenn wir heute an Brot denken, denken wir meistens an Weizen.
00:01:48: Die Röma kannten Weizen natürlich ebenfalls, doch besonders beliebt war eine Getreidenart, die heute fast vergessen ist – Emma.
00:01:56: Emma gehörte bereits seit Jahrtausenden zu den wichtigsten Kulturpflanzen Europas und des Mittelmeerraums.
00:02:03: Die Römer nannten ihn Fahr, von diesem Wort leitet sich sogar das italienische Wort Faro ab, dass man heute noch auf vielen Speisekarten findet.
00:02:12: Emma ergibt ein kräftiges Brot mit leicht nussigem Geschmack und einer eher festen Krume.
00:02:18: Viele Forscher gehen davon aus, Einkorn, ein uraltes Getreide.
00:02:28: Daneben wurde auch Einkorn angebaut.
00:02:31: Einkorn gehört zu den ältesten kultivierten Getreiderarten der Menschheitsgeschichte.
00:02:36: Sein Geschmack ist etwas süßlicher als der von Emma Allerdings enthält es weniger Gluten.
00:02:42: Das bedeutet dass Brote daraus oft kompakter und dichter werden.
00:02:46: Für moderne Bäcker ist Einkorn manchmal eine Herausforderung.
00:02:50: für die Römer war's ein vertrauter Bestandteil ihrer Ernährung.
00:02:54: Gerste Das Brot der Soldaten?
00:02:57: Auch Gerste spielte eine wichtige Rolle.
00:02:59: Gerstenbrot galt allerdings nicht unbedingt als Luxus, teilweise wurde es als Nahrung für Soldaten, Sklaven oder ärmere Bevölkerungsschichten betrachtet.
00:03:10: Einige antike Autoren berichten sogar dass Legionäre nach Disziplinar vergehen zeitweise Gerstenrationen statt Weizen erhielten.
00:03:19: Ob dies überall üblich war ist umstritten.
00:03:22: Fest steht jedoch, dass Gerste im gesamten Reich weit verbreitet war.
00:03:27: Die Bäcker von Pompeii.
00:03:29: Einen ganz besonderen Einblick in die römische Brotkultur verdanken wir bei so vielem der Stadt Pompeii.
00:03:35: Als der Vesuv im Jahr neunundsiebzig nach Christus ausbrach wurden Häuser, Werkstätten und ganze Bäckereien unter Asche begraben.
00:03:44: Dadurch blieben erstaunliche Funde erhalten Darunter auch Brote Ja ganze Brote, verkohlt aber noch erkennbar.
00:03:53: Die berühmtesten Exemplare sehen fast aus wie große Brötchenräder rund geformt und in mehrere Segmente unterteilt.
00:04:01: diese Brote nennt man heute häufig Panis Quadratus das Pompeibrot.
00:04:07: die verkohlten Brote zeigen uns erstaunlich genau wie römisches Brot aussah.
00:04:12: der Teig wurde zu einem runden Leib geformet.
00:04:15: dann band man eine Schnur um den Teig oder ritzte ihn ein.
00:04:19: Dadurch entstanden acht einzelne Segmente.
00:04:22: Das Brot ließ sich später leichter brechen und teilen – eine praktische Lösung für Familien, Arbeiter oder Reisende.
00:04:32: In Rom lebten zeitweise über eine Million Menschen.
00:04:36: Eine solche Stadt musste versorgt werden.
00:04:38: Deshalb spielte Getreidepolitik eine enorme Rolle.
00:04:42: Der Staat organisierte Getreidelieferungen aus Sizilien Nordafrika Ägypten.
00:04:49: Diese Regionen wurden zu den Kornkammern des Reiches.
00:04:52: Viel die Versorgung aus, drohten Hunger und Unruhen.
00:04:56: Brot war also nicht nur Nahrung – es war Macht!
00:04:59: Römerbrot heute backen.
00:05:01: Wer heute ein möglichst authentisches Römebrot herstellen möchte kann Emmermehl verwenden.
00:05:07: Das Ergebnis kommt in antiken Originalen vermutlich näher als modernes Weißbrot.
00:05:13: Ein einfaches Rezept Dreihundertzwanzig Milliliter Wasser, zehn Gramm Salz, Sauerteig.
00:05:22: Den Teig mehrere Stunden ruhen lassen, rundformen und vor dem Backen in acht Segmente einschneiden.
00:05:29: So entsteht ein Brot das den Funden aus Pompeii erstaunlich nahekommt.
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